Ich glaube – hilf meinem Unglauben!

Wenn Liebe unbegreiflich wird – Ein persönlicher Weg zu Gott

Ich habe in den letzten Monaten vieles erkannt, vieles gelernt – aber manches bleibt mir bis heute unbegreiflich. Und vielleicht geht es dir genauso.

Da ist zum Beispiel diese eine Frage, die mich immer wieder bewegt:

Warum hat Gott sich selbst geopfert? Warum hat Jesus – der doch ohne Schuld war – für mich gelitten? Was habe ich getan, dass er das für mich tut?

Ich bin ein Mensch. Schall und Rauch. Vielleicht lebe ich 70 oder 80 Jahre – das ist nichts im Vergleich zur Ewigkeit. Ein Tag bei Gott ist wie tausend Jahre auf der Erde. Und doch sagt dieser Gott: „Ich liebe dich. Ich gebe mein Leben für dich.“

Das verstehe ich nicht. Mein Verstand sucht nach einem Haken. Ich denke: Das kann doch nicht sein. Das ist zu groß. Zu gnädig. Zu tief. Zu schön. Und doch steht es da. In seinem Wort. Immer wieder.

„Als wir noch Sünder waren, ist Christus für uns gestorben.“ – Römer 5,8

Gott hätte die Welt neu erschaffen können. Hätte uns auslöschen können. Aber er tat es nicht. Warum? Weil er nicht einfach ein gerechter Richter ist. Sondern auch ein Vater. Ein Vater, der um sein Kind kämpft. Um jeden einzelnen von uns. Um dich. Um mich.

Ich glaube, was Gott will, ist nicht mein perfektes Verständnis. Sondern mein Herz.

Er weiß, dass mein Denken geprägt ist – von Zweifeln, von alten Erfahrungen, von Schmerz, von Leid und Mißtrauen. Er weiß, dass ich immer wieder falle. Und trotzdem sagt er: „Komm zu mir.“

„Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen.“ – 5. Mose 6,5

Nicht mit theologischer Vollkommenheit. Nicht mit meinem Verstand. Nicht mit einer Checkliste. Sondern mit dem, was da ist. Mit dem, was in mir lebt. Mein Herz.

Ich will Gott lieben. Auch wenn ich ihn nicht ganz verstehe. Ich will ihm vertrauen. Auch wenn mein Kopf mir manchmal etwas anderes sagt.

Denn ich habe gelernt: Gott will nicht mein Wissen. Er will meine Liebe. Mein echtes, verletzliches, sehnsüchtiges Herz. Das sich von je her nach einem sehnt: Liebe! Also nach ihm, der alles und mich erschaffen hat. Er, der die Liebe selbst ist.

Und wenn du dich auch manchmal so fühlst – als würdest du ihn nicht ganz verstehen, als hättest du zu viele Zweifel, als wärst du zu schwach oder zu kritisch, zu ungläubig oder zu sehr der Sünde verfallen – dann darfst du wissen:

„Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ – Jesaja 42,3

Er hält dich. Auch in deinem Ringen. Auch in deinem Fragen. Auch in deinem “ Ich glaube – hilf meinem Unglauben.“


Gebet für ein zweifelndes Herz

Vater, ich komme zu dir mit einem Herzen, das nicht alles versteht. Ich und mein menschlicher Verstand sind begrenzt. Ich bin schwach. Ich bin Schall und Rauch. Und trotzdem sitze ich hier – weil ich spüre, dass du mich liebst. Nicht, weil ich alles richtig mache. Nicht, weil ich immer glaube. Sondern weil du mich siehst – mitten in meinem Ringen.

Jesus, ich glaube. Aber mein Glaube ist klein. Mein Verstand schreit: Das kann doch nicht sein. Aber mein Herz sagt: Doch – bitte lass es wahr sein.

Hilf meinem Unglauben. Hilf mir, dir zu vertrauen, wo ich keinen Beweis habe. Hilf mir, dich zu lieben, auch wenn ich dich nicht greifen oder sehen kann. Ich will dir mein Herz geben. Nicht mein perfektes Ich – sondern mein echtes, reines Herz.

Ich will dein sein. Auch wenn ich falle – ich will immer wieder aufstehen und zu dir laufen.

Danke, dass du mich nicht wegstößt. Danke, dass du Geduld mit mir hast. Danke, dass du mich liebst – nicht, weil ich so stark bin, sondern gerade weil ich so oft schwach bin.

Heiliger Geist, zieh du mich. Halte du mich. Flüstere mir zu, wenn ich wieder in alte Muster rutsche: „Du bist geliebt. Du bist mein.“

Und auch wenn ich nicht alles verstehe – ich will dir mein Ja geben. Heute. Und morgen wieder.

Amen.


Wenn du dich wiedererkennst, wenn du denkst: „Genau das bin ich“ – dann bist du nicht allein. Gott wartet nicht auf die, die alles im Griff haben. Sondern auf die, die sagen:

„Ich will. Aber ich kann nicht allein. Komm du, Herr.“

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